Die Ära Werner Morath – Ein Leben für den Skisport
Mit dem Namen Werner Morath ist die Entwicklung des Skiclubs Langenordnach und des nordischen Skisports im Hochschwarzwald untrennbar verbunden. Als er 1967 als junger Grundschullehrer nach Langenordnach kam, ahnte wohl niemand, welch prägende Rolle er über Jahrzehnte hinweg einnehmen würde. Sein erster Einsatz beim Kinderskifest zeigte ihm schnell, dass es an systematischem Training für den Nachwuchs fehlte. Mit großem Engagement begann er, Kinder für den Wintersport zu begeistern, gründete Trainingsgruppen und forcierte den Schulsport.
Damals waren die Bedingungen nicht einfach: Loipen mussten von Hand gespurt werden, trainiert wurde am Hang beim Oberwirt oder auf den umliegenden Höhen. Er verstand es, mit Begeisterung, Ideenreichtum und persönlichem Einsatz die Kinder zu motivieren. Legendär sind Geschichten aus dieser Zeit, etwa als er erschöpfte Kinder nach einem Ausflug auf den Hochberg abwechselnd auf den Schultern ins Tal trug oder bei schlechtem Wetter kurzerhand alle in seinen VW-Käfer packte. Entscheidend war für ihn stets die Freude an Bewegung und Gemeinschaft.
Seine Arbeit zeigte schnell Wirkung. Bereits Anfang der 1970er-Jahre stellten sich erste große sportliche Erfolge ein, etwa durch Xaver Knöpfle, der sämtliche Schwarzwaldrennen seiner Altersklasse gewann und sich für Deutsche Meisterschaften qualifizierte. Besonders am Herzen lagen Morath die Staffelrennen, bei denen Teamgeist und Zusammenhalt im Mittelpunkt standen. Zahlreiche Bezirks- und Landesmeistertitel sowie Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften zeugen von der erfolgreichen Aufbauarbeit dieser Jahre.
Über mehr als 30 Jahre hinweg war Werner Morath Trainer im Skiclub Langenordnach und prägte Generationen von Sportlerinnen und Sportlern. Viele seiner ehemaligen Athleten blieben dem Verein treu, übernahmen Verantwortung und gaben ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiter. Für Morath war dies der größte Erfolg: nicht Medaillen allein, sondern Persönlichkeiten zu formen und Begeisterung für den Sport zu vermitteln.
Sein Engagement reichte weit über den Verein hinaus. Bereits früh übernahm er auch Verantwortung im Skibezirk Hochschwarzwald, zunächst als Sportwart, später als Bezirksobmann – ein Amt, das er über 40 Jahre ausübte. Zudem vertrat er die Skibezirke im Präsidium des Skiverbands Schwarzwald und setzte sich unermüdlich für die Förderung des Nachwuchses und die Stärkung der Vereine ein. Insgesamt summieren sich seine ehrenamtlichen Tätigkeiten auf beeindruckende 122 Jahre, ein außergewöhnliches Lebenswerk im Dienst des Sports.
Neben aller sportlichen Zielstrebigkeit war Werner Morath stets ein Mensch der Gemeinschaft. Geselligkeit, Kameradschaft und Humor waren für ihn ebenso wichtig wie Training und Wettkampf. Viele erinnern sich an seine Anekdoten, seine Motivation und seine Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen. Diese Werte prägen den Skiclub Langenordnach bis heute.
Für seine außergewöhnlichen Verdienste wurde Werner Morath vielfach geehrt, unter anderem mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Skibezirks Hochschwarzwald und der Goldenen Verbandsnadel des Skiverbands Schwarzwald. Doch sein größtes Vermächtnis sind die vielen Sportlerinnen und Sportler, die er geprägt hat, und der starke Verein, der sich auch mit seiner Arbeit weiterentwickelt hat.
Der Skiclub Langenordnach und der Wintersport im Hochschwarzwald wären ohne den „sportverrückten“ Lehrer aus Langenordnach nicht das, was sie heute sind. Sein Engagement, seine Bescheidenheit und seine Leidenschaft machen ihn zu einem Vorbild für uns.
Vielen Dank, Herr Morath, für alles, was sie unserem Verein und dem Wintersport gegeben haben.