Skispringen im Skiclub Langenordnach,
Schon vor der Gründung unseres Skiclubs begeisterte man sich in Langenordnach für das Skispringen. Mangels Schanze sprang man an der Oberwirtshalde über einen Schneehügel und erreichte Weiten von über 20 Metern. Die Wettkämpfe wurden in Eigenregie organisiert, Preise selbst beschafft. Adolf Kleiser, Erich Kienzler und andere maßen sich mit Gastspringern aus Neustadt, Titisee und Breitnau.
Bereits 1952 entstand am Schwarzhansenhof die erste Sprungschanze. Das Profil war abenteuerlich: Gesprungen wurde über einen Waldweg, im Auslauf mussten Kanal und Ordnachbach mit Brettern abgedeckt werden. Wer zu wenig Anlauf hatte, landete unsanft – selbst der damalige Vorsitzende Leo Mayer musste einmal seine Skispitzen zusammensuchen. Ein Strommast im Auslauf und schmale Abdeckungen machten das Springen zusätzlich riskant. Beim Eröffnungsspringen 1952 und beim zweiten Springen 1953 wurde erstmals ein von der Gemeinde gestifteter Wanderpokal vergeben. Albert Ketterer gewann mit Weiten von 28 und 29 Metern und verteidigte den Pokal vier Jahre, bis er 1959 in seinen Besitz überging. Danach wich man auf die Schneebergschanze in Waldau aus. Die „Friedhofschanze“ an der Ordnach geriet in Vergessenheit. Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre hielten vor allem die Brüder Georg und Josef Schwab den Sprunglauf im Verein lebendig. Zusammen mit Oskar Schmitt aus Waldau sorgten sie für überregionale Erfolge.
Ab 1968 begeisterten sich erneut Jugendliche fürs Springen. Beim Kettererhof entstand 1970 eine neue Schanze, der „Bock“. Trotz schwieriger Bauvorgaben wurde sie 1971 eingeweiht, doch nach wenigen Veranstaltungen endete auch diese Ära.
1986 lebte das Springen noch einmal auf: Beim Fallerhof wurde bei hervorragender Schneelage eine große Schneeschanze gebaut. Unter den Teilnehmern war ein achtjähriger Springer vom SC Furtwangen – kein Geringerer als der spätere Weltcupgesamtsieger und mehrfache Weltmeister Martin Schmitt, was zeigt, dass auch große Karrieren klein beginnen.
In den folgenden Jahren wurde es im Skispringen etwas ruhiger aber wieder gab es einzelne Sportler, die sich im Springen oder in der Nordischen Kombination ausprobierten. Trotz fehlender eigener Schanzen brachte der Skiclub Talente im Skispringen und in der Nordischen Kombination hervor. Unser erfolgreichstes Aushängeschild ist ohne Zweifel Ramona Straub. Über ihre Brüder Christoph und Dominik fand sie zum Skispringen und entwickelte sich zu einer der besten Skispringerinnen Deutschlands. Sie war Teil der Generation, die das Damenspringen entscheidend mitentwickelte und auf internationales Spitzenniveau führte. Ihre Erfolge im Weltcup, bei Weltmeisterschaften und bei Olympischen Spielen sind ein Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte.
Auch Philipp Burchartz war in der Nordischen Kombination erfolgreich aktiv. Simon Straub sammelte kurzeitig ebenfalls Erfahrungen in dieser Disziplin. Heute ist mit Robin Faller weiterhin ein aktiver Springer aus unseren Reihen unterwegs: Er begann in der Nordischen Kombination und konzentriert sich inzwischen auf das Spezialspringen.
Dass wir Skispringen anbieten konnten und können, verdanken wir vor allem der engen Zusammenarbeit mit den Skiclubs aus Breitnau und Hinterzarten. Unsere Sportlerinnen und Sportler trainierten dort mit, konnten aber weiterhin für den Skiclub Langenordnach starten, ein starkes Zeichen vereinsübergreifender Zusammenarbeit im Hochschwarzwald.
In den letzten Jahren entwickelte sich zudem ein echtes Erfolgsmodell: das Konzept der Running Dragons. Hier trainieren viele Kinder aus der Region gemeinsam im Skispringen und in der Nordischen Kombination. Jeder startet für seinen Heimatverein, trägt aber zusätzlich den Namen „Running Dragons“ – als verbindendes Element einer starken Nachwuchsgruppe.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Vereinen aus Hinterzarten und Breitnau sowie den Machern der Running Dragons rund um Philipp Riessle.