Langenordnach – genannt d´ Orne - Ein Tal mit Geschichte und Heimatgefühl

Langenordnach liegt im Herzen des Hochschwarzwalds und zieht sich als Streusiedlungstal auf rund 850 Metern Höhe von Hölzlebruck bis nach Waldau. Die weit verstreut liegenden Höfe prägen bis heute das Bild des Tales – ein Lebensraum, in dem Bodenständigkeit, Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe seit jeher eine große Rolle spielen. Über viele Generationen hinweg lebten die Menschen hier von Landwirtschaft, Wald- und Holzarbeit und in enger Verbundenheit mit der Natur – geprägt von Fleiß, Ausdauer und starkem Gemeinschaftsgeist.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Tal im Jahr 1111 unter dem Namen „Vallis Nordera“. Im 16. Jahrhundert sind bereits 16 Häuser belegt. Historisch lag Langenordnach im Herrschafts- und Klostergebiet von Friedenweiler, in dem die Grafen von Fürstenberg die Vogteirechte ausübten. Nach dem Übergang an Baden entwickelte sich Langenordnach zur eigenständigen Gemeinde, bevor im Zuge der kommunalen Neuordnung im Jahr 1972 die Eingemeindung in die Stadt Titisee-Neustadt erfolgte. Auch kirchlich blieb das Tal zweigeteilt: Das Obertal war traditionell nach Waldau orientiert, das Untertal nach Neustadt.

Ein prägender Bestandteil des Dorflebens waren und sind die traditionellen Treffpunkte im Tal – allen voran die Gasthäuser, das Obere Wirtshaus, das Untere Wirtshaus und das Gasthaus Engel Hochberg, die über viele Jahrzehnte Orte des Austauschs, der Feste, der Versammlungen und des Miteinander waren. Seit Oktober 2025 ist das Obere Wirtshaus leider nicht mehr geöffnet.

Eine ebenso wichtige Bedeutung hatte das ehemalige Rathaus in Langenordnach, das von 2016 bis 2018 in gemeinschaftlicher Initiative zum „Ornemer Bürgerhus“ umgebaut wurde. Seither ist es ein lebendiger Ort für Begegnung, Veranstaltungen, Ehrenamt und Vereinsleben – ein Haus für die Menschen in Langenordnach.

Ein bedeutender Ort der Zusammenkunft ist die Wendelinskapelle, die 1970 dank großzügiger Spenden und vieler Stunden Eigenleistung neu erbaut wurde. Sie ist dem heiligen Wendelin geweiht, dem Schutzpatron der Bauern, Hirten und Landarbeiter, und steht sinnbildlich für die Lebenswelt, die Glaubenskultur und die Verbundenheit der Menschen im Tal. Bis heute wird hier regelmäßig Gottesdienst gefeiert.

Zu den Wahrzeichen des Tales zählen die Albert-Thoma-Tanne und eine jahrhundertealte Eiche. Ein besonderes Ereignis war das 900-jährige Ortsjubiläum im Jahr 2011, verbunden mit der Vorstellung der neuen Ortschronik, die von engagierten „Ornemer Vergangenheitsforschern“ in liebevoller Detailarbeit erarbeitet wurde. Schön, dass dieses Ereignis im Rahmen unseres Sommerfestes und des 60-jährigen Vereinsjubiläums gefeiert werden konnte.

 

Die Geschichte Langenordnachs ist auch geprägt von Menschen, die das Tal über viele Jahre mitgestaltet haben – engagierte Hofbesitzer, Vereinsvorstände, Lehrer, Handwerker, Ehrenamtliche und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Sie stehen stellvertretend für Generationen, die Arbeiten, Leben und Zusammenhalten im Tal geprägt und weitergetragen haben.

Langenordnach ist ein Ort, der sich im Laufe der Jahrhunderte verändert und zugleich seine Identität bewahrt hat – ein Tal mit Geschichte und Charakter, getragen von Menschen, die Heimat nicht nur bewohnen, sondern gemeinsam gestalten.

Das Wappen von Langenordnach symbolisiert in Bildsprache die naturnahe Lage des Tales und seine Verwurzelung in die Landschaft. Es zeigt einen grünen Baum auf einem Dreiberg, umgeben von einem wellenförmig gerahmten Schildrand.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Premium-Sponsoren, welche die Realisierung des Festkalenders erst möglich  gemacht haben.