Wettkampfauswertung - von der Schreibmaschine zur digitalen Zeitmessung

Die Geschichte der Wettkampfauswertung im Skiclub Langenordnach ist ein Beispiel dafür, wie sich Technik, Organisation und Helferdienste im Laufe der Jahrzehnte verändert haben und wie viel Herzblut früher wie heute darin steckt.

Die Anfänge – alles von Hand. Bis in die frühen 1990er-Jahre hinein war die Auswertung von Langlaufwettkämpfen eine rein manuelle Tätigkeit. Startlisten, Ergebnislisten und Urkunden wurden mit der Schreibmaschine oder von Hand erstellt. Jede Zahl, jeder Name, jede Zeit musste exakt stimmen, den Korrekturen waren sehr mühsam.

Im Start- und Zielbereich arbeiteten mehrere Helferinnen und Helfer mit klar verteilten Aufgaben:

·         Nummernrufer, die den ankommenden Läufer frühzeitig ankündigten,

·         Nummernschreiber, die ausschließlich die Reihenfolge der Zieleinläufe im Blick hatten,

·         Zeitschreiber, die sich nur auf die gerufenen Zeiten konzentrierten,

·         und der Zeitrufer, der an der Zieluhr stand und die exakte Zeit laut ausrief unabhängig davon, wer gerade durchs Ziel lief.

Diese Rollen waren meist doppelt besetzt, um Fehler abzufangen. Gestartet wurde mit großen Küchenuhren, später mit Stoppuhren. Start- und Zieluhren wurden zu Wettkampfbeginn gemeinsam gestartet und abgestimmt. Der erste Läufer ging bewusst nicht bei 00:00 los, sondern meist bei 01:00, je nach Wettkampf im Minuten- oder Halbminutenabstand, früher sogar im Doppelstart.

Die handschriftlichen Start- und Zielprotokolle wurden regelmäßig ins Rechenbüro gebracht. Dort erhielt jede Läuferin und jeder Läufer eine Starterkarte, auf der Startzeit, Zielzeit, Klasse und Startnummer festgehalten wurden. Die Laufzeit wurde klassisch berechnet: Zielzeit minus Startzeit.

Anschließend wurden die Karten von Hand nach Laufzeit sortiert. Erst wenn eine Klasse vollständig war und sicher war, dass niemand aufgegeben hatte, konnten die Ergebnisliste geschrieben werden. Diese entstand erneut mit der Schreibmaschine, auf Matrizen, die anschließend mit einem Kurbelkopierer vervielfältigt wurden. Der typische Alkoholgeruch der frischen Ergebnislisten gehört für viele bis heute untrennbar zu den Wettkämpfen dieser Zeit.

Parallel dazu wurden die Urkunden von Hand ausgefüllt. Jeder Fehler bedeutete Neuschreiben. Entsprechend sorgfältig wurde kontrolliert, oft mehrfach, bevor die Siegerehrung beginnen konnte. Dass diese manchmal etwas auf sich warten ließ, war völlig normal. All das erforderte viel Zeit, Konzentration und vor allem viele verlässliche Helfer. Doch genau darin lag auch die Stärke bei uns im Verein.

Ab etwa 1992 hielten die ersten Computer Einzug ins Wettkampfbüro. Zeiten und Daten wurden nun teilweise in Excel erfasst, dort gerechnet und sortiert. Ergebnislisten konnten erstmals ausgedruckt werden, eine enorme Erleichterung und deutliche Zeitersparnis. Die Herausforderungen waren aber auch nicht ohne, denn Laptops waren kaum verfügbar, stattdessen mussten PC-Tower, Monitor und schwere Drucker transportiert werden. Internet oder E-Mail gab es nicht, alles musste vor Ort funktionieren.

Mitte der 1990er-Jahre entwickelte Andreas Heizmann ein eigenes Auswertungsprogramm, das Anmeldung, Klasseneinteilung, Startlisten, Ergebnislisten und Urkunden vollständig digital abbildete.

Über Jahre hinweg wurde diese Software kontinuierlich weiterentwickelt und an die Bedürfnisse angepasst, inklusive Varianten für Staffelläufe, Einzelwettkämpfe und Sonderformate wie „Jugend trainiert für Olympia“. 2003 wurden damit sogar die Baden-Württembergischen Meisterschaften erfolgreich abgewickelt, inklusive Anbindung an eine elektronische Zeitmessanlage des SV Friedenweiler-Rudenberg. Für einen kleinen Verein waren wir damit in diesem Bereich sehr innovativ und im Schwarzwald vorne mit dabei. Die Organisation an Start und Ziel blieb weiterhin bewusst analog, eine Investition in Lichtschranken war damals finanziell nicht möglich. Dennoch erarbeitete sich der Verein den Ruf, Siegerehrungen nur wenige Minuten nach der Protestzeit durchführen zu können.

2016 folgte der nächste Schritt: Der Wechsel zur Software Winlaufen, die sich zunehmend als Standard im Skiverband etablierte und vom Verband auch gewollt war. Ziel war es, die Abhängigkeit von Einzelpersonen zu reduzieren und mehr Vereinsmitglieder in die Auswertung einbinden zu können.

Nach einer behutsamen Einarbeitung wurde Winlaufen fester Bestandteil der Wettkampforganisation. Beim Schwarzwälder Läufertag 2016, gemeinsam mit dem Skiclub Waldau, wurde das System inklusive externer Zeitmessanlage erfolgreich eingesetzt.

Heute werden Einlaufzeiten direkt an der Ziellinie mit einem von Timo Heizmann entwickelten Drücker erfasst und unmittelbar ins System übernommen. Die Startzeiten werden von der Startliste übernommen. Parallel läuft weiterhin die oben beschriebene manuelle Zeiterfassung als Backup aber natürlich mit weniger Helfern. Der Blick geht weiter nach vorne, Traum ist eine transpondergestützte Zeitmessung, wie sie im internationalen Wettkampfbetrieb Standard ist. Erste Prototypen wurden von Timo Heizmann selbst entwickelt und beim letzten Kinderskifest im Hintergrund getestet.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Premium-Sponsoren, welche die Realisierung des Festkalenders erst möglich  gemacht haben.